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Diabetische
Augenerkrankungen

So ist das Auge aufgebaut

Das Auge lässt sich gut mit einer Kamera vergleichen:  Hornhaut und Linse bündeln das Licht – sie sind das Objektiv. Die Regen-bogenhaut (Iris) regelt mit der Pupille, wie viel Licht einfällt – sie ist die Blende. Hinter der Linse liegt der Glaskörper, eine durchsichtige, gelartige Füllung des Augeninneren. In diesen Raum können heute auch Medikamente gegen Netzhaut-erkrankungen gegeben werden.

Die Netzhaut kleidet das Auge von innen aus – sie ist der „Film“ der Kamera. Ihre Sinneszellen nehmen das Bild auf und wandeln es in Nervensignale um, die über den Sehnerv ins Gehirn gelangen.

In der Mitte der Netzhaut liegt die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens: Hier sitzen die meisten Sinneszellen, hierhin richten wir den Blick, wenn wir etwas ansehen oder lesen. Schäden in diesem Bereich wirken sich deshalb am stärksten auf die Sehschärfe aus.

Die Netzhaut hat eine Besonderheit: Nirgendwo sonst im Körper kann der Arzt die kleinen Blutgefäße direkt sehen. Dazu wird die Pupille mit Augentropfen erweitert – dann sind alle Netzhautgefäße sichtbar, und der Arzt kann mögliche Diabetes-Schäden unmittelbar erkennen und ihren Schweregrad bestimmen.

Diabetes kann sich auf verschiedene Strukturen des Auges auswirken

Welche Folgen kann Diabetes
am Auge haben?

Sehschärfe

Schwankende Blutzuckerwerte können kurzfristig den Wassergehalt der Linse verändern – und damit die Brechkraft des Auges. Das Sehen kann dann im Tagesverlauf unterschiedlich scharf sein. Wichtig: In einer solchen Situation oder Phase sollte keine neue Brille angepasst oder gekauft werden.  Meist normalisiert sich das Sehen wieder, sobald der Stoffwechsel gut eingestellt ist. Nach einer Blutzucker-Neueinstellung kann die vorübergehende Sehstörung ein bis zwei Wochen anhalten.

Nerven des Auges

Diabetes kann auch die Nerven des Auges schädigen. Am häufigsten betrifft das die Nerven der Hornhaut: Ihre Empfindlichkeit lässt nach, sodass kleine Verletzungen oder Infektionen der Hornhaut unbemerkt bleiben können.

Werden die Nerven geschädigt, die für die Steuerung der Augenmuskeln verantwortlich sind, kann es zu meist nur vorübergehenden Doppelbildern kommen. Auch der Sehnerv selbst kann betroffen sein.

Tränenfilm

Ein  „trockenes Auge“ kommt bei Diabetes häufiger vor: Die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändert sich, sie verdunstet schneller. Der Lidschlag kann vermindert sein. Tränenersatzmittel („künstliche Tränen“) können hier hilfreich sein.

Katarakt

Dauerhaft erhöhter Blutzucker verändert die Eiweißstrukturen der Linse. Menschen mit unzureichend eingestelltem Diabetes mellitus entwickeln deshalb oft schon früh eine Linsentrübung („grauer Star“) – und müssen früher operiert werden als Menschen ohne Diabetes. Eine Operation kann diskutiert werden, wenn das Sehen im Alltag spürbar eingeschränkt ist.

Netzhaut

Die schleichenden, chronischen Schäden an den Netzhautgefäßen – die diabetische Retinopathie – sind dagegen nicht so einfach zu beheben. Sie sind die häufigste Ursache bleibender Sehverschlechterung bei Diabetes. Mehr dazu auf der Unterseite „Die diabetische Retinopathie“.

Sehnerv

Auch die Nervenfasern des Sehnervs können Schaden nehmen – durch eine verminderte Durchblutung, teils in Verbindung mit einem erhöhten Augendruck. Regelmäßige Kontrollen des Sehnervenkopfes und Messungen des Augeninnendrucks sind deshalb sinnvoll. Das Erkennen eines Glaukom ermöglicht ein rechtzeitiges Eingreifen.