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Keine Beschwerden - falsche Sicherheit!

Das Tückische an der diabetischen Retinopathie: Sie beginnt schleichend, ist völlig schmerzlos und schreitet lange voran, ohne dass der Betroffene etwas merkt. Das gilt schon für den Diabetes selbst – einer Untersuchung aus dem Raum Mainz zufolge weiß über ein Viertel der Betroffenen nichts von seiner Erkrankung. So kommt es vor, dass erst der Augenarzt beim Blick auf den Augenhintergrund die typischen Gefäßveränderungen entdeckt – und damit den ersten Verdacht auf einen Diabetes stellt.

Wenn Sehstörungen auftreten, besteht meist bereits eine fortgeschrittene Netzhautschädigung. Deshalb gilt: Gehen Sie regelmäßig zur Augenuntersuchung – und nicht erst, wenn Sie Sehprobleme bemerken. In frühen Stadien, in denen noch keine Beschwerden bestehen, sind die Behandlungsaussichten am besten.

Welche Beschwerden können auftreten?

Erst in fortgeschrittenen Stadien macht sich die Erkrankung bemerkbar – wenn die Makula betroffen ist oder Komplikationen der Gefäßwucherungen auftreten:

Beim Makulaödem (Schwellung der Netzhautmitte) verschlechtert sich vor allem das scharfe Sehen – also Lesen, Gesichter erkennen, Autofahren. Weil in der Makula auch die Farbsinneszellen liegen, können Farbsehstörungen hinzukommen; typisch bei Diabetes ist eine früh auftretende Blau-Gelb-Schwäche, die z. B. das Ablesen farbiger Teststreifen stören kann. Die Schwellung kann die Netzhautmitte außerdem verformen – gerade Linien erscheinen dann gekrümmt (Verzerrtsehen, in der Fachsprache „Metamorphopsie“ genannt).

Bei Komplikationen der Gefäßwucherungen: Blutungen in den Glaskörper stören den Lichteinfall und werden als schwebende dunkle Wolke oder „Rußregen“ wahrgenommen – bei starker Blutung kann das Sehen bis auf das Erkennen von Handbewegungen absinken. Zug an der Netzhaut kann Lichtblitze auslösen. Eine beginnende Netzhautablösung macht sich meist als fester Schatten bemerkbar, der langsam größer wird.

Warnzeichen, die auf ein Makulaödem hindeuten können

  • Schwankende zentrale Sehschärfe, Nebel- oder Verschwommensehen
  • Sehverschlechterung, die sich mit Brille nicht beheben lässt
  • Farben wirken blasser
  • Verzerrtsehen – gerade Linien erscheinen gekrümmt

Warnzeichen für Gefäßwucherungen oder eine beginnende Netzhautablösung

  • Lichtblitze – mit oder ohne Augenbewegung, besser sichtbar in dunkler Umgebung
  • „Rußregen“ durch eine Einblutung in den Glaskörper
  • Ein Schatten oder Schleier, der von außen ins Blickfeld wandert

Nehmen Sie alle diese Warnzeichen ernst
und lassen Sie sie zeitnah augenärztlich abklären

Zwar gibt es viele andere mögliche Ursachen für Sehstörungen – etwa ein trockenes Auge oder Schwankungen durch einen deutlich erhöhten Blutzucker, doch das kann nur die Untersuchung beim Augenarzt klären.