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Lasertherapie

Die Laserbehandlung wird seit Jahrzehnten eingesetzt und ist in Studien wie im klinischen Alltag gut belegt. Sie wird in zwei unterschiedlichen Situationen angewendet – mit jeweils eigenem Wirkprinzip.

Flächige Behandlung

Laser bei Gefäßneubildungen

Bei einer proliferativen Retinopathie wird die äußere Netzhaut großflächig und rasterartig gelasert. Weil dabei nahezu die gesamte Netzhaut behandelt wird, spricht man von panretinaler Lasertherapie (von griechisch pan = ganz). Die Netzhautmitte bleibt dabei ausgespart.

Das Wirkprinzip klingt zunächst überraschend: Der Laser erzeugt gezielt kleine Narben – und hilft gerade dadurch. Denn die schlecht durchbluteten Netzhautbereiche schütten Wachstumsfaktoren aus, der das Wachstum der krankhaften Gefäße antreibt. Werden diese Bereiche vernarbt, steht mehr Sauerstoff für die anderen Areale zur Verfügung und der Spiegel der Faktoren im Auge sinkt. Die Gefäßwucherungen können aufgehalten werden. Der Laser bekämpft also die Ursache: den Sauerstoffmangel der Netzhaut.

Fokale Behandlung

Laser bei Schwellung der Netzhautmitte

Für die Behandlung des diabetischen Makulaödems werden deutlich kleinere und sanftere Lasereffekten eingesetzt. Man spricht daher von einer fokalen Lasertherapie. Undichte Aussackungen der Gefäße können gezielt verschlossen werden. Eine vorherige Gefäßdarstellung hilft, solche Areale genau zu lokalisieren. In Bereichen ohne erkennbare undichte Stelle werden feine Laserpunkte in einem Muster gesetzt.

Wann kommt
welche Behandlung infrage?

Flächige Lasertherapie

Die Behandlung kommt zum Einsatz, wenn bereits Gefäßneubildungen bestehen oder wenn eine Verschlechterung droht. In frühen Stadien mit nur vereinzelten Veränderungen wird dagegen meist abgewartet und engmaschig kontrolliert.

Früher behandelt wird gelegentlich wegen besonderer Risiken: bei Typ-1-Diabetes, bei ausgedehnter Minderdurchblutung der Netzhaut, bei schlecht eingestelltem Bluthochdruck, bei rascher Verschlechterung etwa in der Schwangerschaft – oder wenn regelmäßige Kontrollen nicht zuverlässig möglich sind.

Warum bleibt der Laser hier Standard? Medikamente wirken im Auge bei Gefäßneubildungen ebenfalls, und zwar schnell. Sie beseitigen aber meist nicht die Ursache, die strukturelle Minderdurchblutung. Sobald die Wirkung nachlässt, wachsen die Gefäße daher oft rasch wieder. Der Laser wirkt dagegen dauerhaft – deshalb ist er in den aktuellen Leitlinien das Standardverfahren für die proliferative Retinopathie. Medikamente kommen ergänzend oder in Einzelfällen zum Einsatz.

Fokale Lasertherapie des Makulaödem

Der Laser kann die Schwellung zwar zurückdrängen, das Sehvermögen bleibt dabei meist aber nur stabil – eine Verbesserung ist seltener. Zudem entstehen kleine bleibende Narben in der Nähe des Sehzentrums, die mit der Zeit größer werden können. Ist die Netzhautmitte betroffen und das Sehen bereits eingeschränkt, wird deshalb meist die Medikamentengabe ins Auge bevorzugt: Mit ihr wird häufiger eine echte Sehverbesserung erreicht.

Die fokale Lasertherapie kommt vor allem dann zum Zug, wenn das Sehzentrum selbst noch nicht betroffen ist, wenn Injektionen nicht möglich sind oder allein nicht ausreichen. Die Behandlung setzt eine stabile Fixation und einen guten Einblick voraus. Sogenannte navigierte Laser nutzen einen zuvor am Computer erstellter Behandlungsplan, nach dem der Laserstrahl automatisch nahcgeführt wird.

Neue Verfahren: Um Narben zu vermeiden, wurden Laserverfahren mit geringerer Energie entwickelt, zum Beispiel die Mikropuls-Technik. Studien zeigen, dass sie bei gering ausgeprägtem Makulaödem ähnlich wirksam sein kann wie die klassische Behandlung. Neben einheitliche Standards für die Laser-Anwendung gibt es Versuche, die verabreichte Lasermenge noch genauer zu messen (Dosimetrie).

Wie läuft eine
Laserbehandlung ab?

Die Behandlung erfolgt mit erweiterter Pupille am Untersuchungsgerät des Augenarztes (Spaltlampe), das mit dem Laser verbunden ist. Nach betäubenden Augentropfen wird ein Kontaktglas auf das Auge gesetzt. Während der Behandlung fällt Licht ähnlich dem Blitzlicht eines Fotoapparats in Auge. Daher ist das Auge für einige Minuten geplandet. Die Behandlung erfolgt ambulant.

Wichtig: Wegen der erweiterten Pupillen dürfen Sie nach der Behandlung nicht selbst Auto fahren.

  • Fokale Behandlung am Makulaödem

    meist 5 bis 10 Minuten, immer völlig schmerzfrei.

  • Flächige Behandlung

    mehrere hundert Laserpunkte pro Sitzung, verteilt auf meist 2 bis 3 Termine; jeweils etwa 15 bis 20 Minuten. Sie kann an einzelnen Stellen als schmerzhaft empfunden werden – eine Betäubungsspritze ist aber nur selten nötig.

Nebenwirkungen und Wirkungseintritt

Vor allem nach der flächigen Behandlung kann es zu Einschränkungen des Gesichtsfelds, schlechterem Sehen in der Dämmerung und veränderter Farbwahrnehmung kommen. Ohne die Behandlung drohen aber meist Komplikationen, die eine Operation nötig machen oder zur Erblindung führen können.

Der Wirkungseintritt nach beiden Laserbehandlungen ist langsam – über Wochen bis Monate. Ob die Therapie erfolgreich war oder wiederholt werden muss, zeigt sich deshalb im Rahmen der Kontrolluntersuchung nach etwa drei Monaten.